Nach mehr als drei Tagen muss ich meine ursprüngliche
Meinung ändern - Los Angeles ist vielleicht nicht direkt eine Stadt der Engel
im wörtlichen Sinne, jedoch hat sie viel mehr schöne Orte und interessante und
nette Menschen zu bieten, als gedacht. Nach meinem ersten Besuch in L.A. vor
über zwei Jahren war ich eher wenig begeistert von dieser Stadt (schmutzig, grau,
groß und häßlich erschien sie), aber es zeigt sich, dass es sich doch immer wieder lohnt,
hinter die Kulissen zu schauen und einen zweiten, dritten, ja vierten Blick zu
wagen.
Am Abend meiner Ankunft im Saharan Motor Hotel am Sunset Blvd. ließ ich
mir von dem sehr freundlichen und hilfsbereiten Hotelangestellten eine
L.A.-City-Tour für den nächsten Tag aufschwatzen und ich bin ihm wirklich
dankbar dafür, denn so konnte ich das L.A. entdecken, was schon viele vor mir
angezogen hat, denn nicht umsonst wohnen unheimlich viele Schauspieler,
berühmte Regisseure, Sänger, Künstler und sonstige VIP in den Bergen von
Hollywood. Abseits des ständigen und lauten Verkehrs (denn L.A. ist keine Stadt
der Fußgänger und Radfahrer, sondern vor allem der Autos) gibt es immer wieder
überraschend hübsche und plötzlich sehr ruhige Ecken und ganze Straßenzüge
sehen plötzlich eher nach gemütlicher Kleinstadt als nach Großstadt-Moloch aus -
und dass nicht selten nur eine Straße vom Riesen-Getümmel entfernt. Fazit: ich
bin positiv überrascht! :)
Doch bevor es am Samstag auf große Entdeckungstour ging,
stand erstmal mein erster Kurs im Millenium-Dance-Complex an, der Grund, warum
ich überhaupt unbedingt nochmal nach L.A. wollte. Nach einer kleinen,
unerwünschten Stadtrundfahrt (keine Navi!! :)) kam ich gerade noch pünktlich in
der tollen Tanzschule an. Hier unterrichten Leute, die schon Stars wie Britney
Spears, Justin Timberlake und viele andere trainiert und choreographiert
haben!! Die Wände in den Gängen und im Foyer sind gepflastert mit Bildern und
Autogrammen von berühmten Sängern und anderen Künstlern und man fühlt sich
gleich ganz „besonders“ ;), hier auch mal tanzen und Unterricht nehmen zu
können - allein für das Feeling hier in den Räumen hat sich die Reise für mich gelohnt!!
Mein erster Kurs (Jazz) bei Regina Williams war auch echt cool und ich kam gut
mit, nur der Stil war nicht unbedingt so meins, und das Training wirkte
manchmal etwas konfus (hoffentlich liest sie das hier nicht ;)) bzw.
improvisiert - aber ich kann nicht behaupten, dass meine Kurse nicht manchmal
auch so laufen :D… Also alles cool! :) Der zweite Kurs war dann richtig krass (einer
von der Sorte, vor denen ich vorher so Panik hatte…) - alles schnell, alles ordentlich
schwer und ca. eine Mio. Drehungen und ständig wechselnde Richtungen…
Aaaaahhhh!!! Was mir auch schon in San Francisco aufgefallen ist - da stehen
Leute (auch viele Männer) im Kurs, von denen würdest du in Deutschland niemals
denken, dass sie tanzen können - ich sag`s mal so: Körperform, Gewicht oder
sonstige unwichtige Dinge spielen da keine Rolle!! Und dann ist man immer
wieder begeistert, was für ein Talent und ein tänzerischer Ausdruck da
ausbricht!!! Echt toll :)!! Und die Choreo gab`s zu „Stay with me“ von Sam With
- so schön :)! Wenn ich wieder zuhause bin, über ich das Ding so lange, bis es
halbwegs so aussieht, wie ich es gern hätte. Nebenbei: Eric Ellis ist der
Wahnsinn - dreht einfach mal nur so zur Demonstration 6-7 Turns!!! Und er tanzt
sooooooo toll!! *Neid!!* Nach meinen drei Stunden Training war ich ganz schön
platt und hab mir zur Belohnung noch eine tolle „Erinnerung-an-meinen-tollen-Tanzunterricht-im-berühmten-Millenium-Dance-Complex-in-L.A.-Hose“
gekauft :). Den Contemporary-Kurs, den ich am Montag eigentlich noch belegen
wollte, habe ich dann leider streichen müssen, da er zu so einer blöden Zeit
lag und ich lieber noch ein wenig L.A. entdecken wollte.
Nach meiner Rückkehr ins Hotel gönnte ich mir dann erstmal ein ausgedehntes
Pool- und Sonnenbad und dann kam auch schon der Oben-ohne-Bus, um mich für die
gebuchte Tour abzuholen. Los ging`s am Mullholland-Drive durch die Hollywood Hills, wo man von oben einen
wunderschönen Blick auf die Stadt und den berühmte „Hollywood-Schriftzug“ hat.
Der Fahrer zeigte uns viele viele tolle Villen und zählte auf, wer alles darin
lebt und sich regelrecht hinter kilometerlangen Auffahrten und einer
traumhaften Landschaft verschanzt. Hier residieren Leute wie Ashton Kutscher, Pink,
Matthew McConaughey, Tom Cruise und Katie Holmes, Brad Pitt und Angelina Jolie,
Robbie Williams, Gwen Stefanie und dergleichen mehr als „Nachbarn“ und genießen
ihren Reichtum und Erfolg in entsprechenden Villen und parkähnlichen Anlagen
(meist mit eigenen Tennis-Plätzen und Riesen-Pools). Man kann ganz schnell
neidisch werden, nicht unbedingt auf die Häuser sondern vielmehr auf die tolle
Landschaft und den atemberaubenden Blick auf L.A. und die umliegenden Hügel und
Berge. Danach folgten Bel Air, Beverly Hills, der Rodeo Drive und vieles mehr.
Es verschlägt einem immer wieder auf`s Neue den Atem!!! Neben vielen anderen
Drehorten für bekannte Filme fuhren wir auch an dem berühmten Haus vorbei
(eigentlich ein kleines Hotel), an dem die Limousine im Film „Pretty Woman“
hält und er sie auf der Feuertreppe von ihrem alten Leben „befreit“ :) - soooo
cool!! Alles in allem eine wirklich tolle Tour und eine Menge zu entdecken!!
Am Sonntagvormittag begab ich mich dann zum berühmten Walk
of Fame, um über die Sterne der Stars zu flanieren und mit gesenktem Blick („Oh,
excuse me! Oh, I´m sorrry, I´m sorry!! Oh, could you please take a picture? - Great, thank you! You wan`t also a picture, no problem, you`re welcome!“:)) die mir bekannten und
heiß geliebten Künstler zu entdecken und dabei die ganze Zeit dusslig vor mich
hinzugrinsen :)… Auch den Stern eines meiner Lieblingsschauspieler habe ich
aufgestöbert - da Robin Williams leider kürzlich verstorben ist, stapeln
sich hier die Blumen, Karten und Fanmitteilungen und alle bleiben andächtig
stehen und denken bestimmt wie ich an den fröhlichen, immer sympathischen Familienvater in „Mrs.
Doughtfire“, an „Good Will Hunting“ oder an „Hinter dem Horizont“ und trauern
um einen wirklich großartigen Schauspieler und sein tragisches Ende!
Vor dem beeindruckenden
Grauman`s Chinesese Theater kann man seine Füße und Hände mit den Abdrücken
früherer und aktueller Stars vergleichen und wortwörtlich „in ihre Fußstapfen“
steigen :) - also Will Smiths Füße sind wirklich riesig :)!!!
Nachdem ich begeistert alberne Andenken für die Lieben
zuhause erstanden hatte, gab`s noch leckeres chinesischen Essen - wie immer alles in XXL, Smoothie, Wasser, Essen - die Portionen hier sind niemals klein, auch nicht, wenn man small wählt - aber immer bekommt man aufgeführt, wie wenig Kalorien doch alles hat *hahaha* :D...
Dann ging`s wieder zurück zum Hotel und anschließend nach Santa
Monica, um mich mit Shannon, Matze und LeeAnn zu treffen - eigentlich war dann
die Weiterfahrt nach Venice Beach geplant, aber leider kam nun wieder die etwas
weniger schöne Seite L.A.s zum Vorschein - an einem Sonntag an einen Strand von
Los Angeles fahren zu wollen ist ein echtes Abenteuer - der pure Wahnsinn!!! Noch
dazu, wenn trotz Sonntag zig Malls geöffnet haben und insbesondere der Pier von
Santa Monica u.a. mit einem Riesenrad, einer Achterbahn und weiteren
Attraktionen ausgestattet ist. Eine Grünphase für die Fußgänger gleicht hier
einer großen, nicht enden wollenden Wildtierwanderung im afrikanischen Busch
:D! An jeder Ecke helfen zwar neben den Ampeln viele Cops mit, den Verkehr für alle etwas zu
sortieren, aber trotzdem hatte ich an diesem Nachmittag das erste Mal seit
meiner Abreise wieder richtige Autofahrer-Wut :)!!! Vor allem, als ich mitten
in einem weiteren ewig dauernden Stau bemerkt habe, dass ich wieder mal falsch
abgebogen war (KEIN NAVI!!!!) und schon seit einiger Zeit in der falschen
Richtung im Stau stand! Ich kann froh sein, dass mich bisher noch kein Cop bei
einem meiner verbotenen U-Turns erwischt hat ;)! Mit über 1,5 h Verspätung
trafen wir uns dann endlich im Chaos am Santa Monica Pier. Hier tummeln sich viele Straßenkünstler, Leute mit zahmen (?) Schlangen, wunderschönen und
lustigen Papageien, die man sogar im Arm wiegen kann wie ein Baby (Anja war begeistert!!
:) Dabei war es noch nicht mal mein „Baby“ ;)…), mit Riesen-Hoolahoop-Reifen
und tausend anderen spannenden Dingen. Auf den Wiesen und den Plätzen am Strand
kann man außerdem Akrobatikübungen bewundern oder gleich mitmachen, sich an
diversen Turngeräten austoben oder auf der Slackline Kunststückchen üben. Es
ist ein Riesenzirkus! Nebenbei ist das Wasser hier viel wärmer als z.B. in San
Francisco und endlich konnte ich mal richtig im Pazifik baden :)!!! Am Abend
gab`s noch leckere Burritos, die wir direkt auf der Wiese am Pier genießen
konnten. Jeder setzt sich hier einfach hin, wo es ihm gerade einfällt - wie bei
der Kulturarena in Jena, nur viel viel viel größer und verrückter :D! Danach
hieß es dann endgültig Abschied nehmen von den dreien, denn am Dienstag geht`s weiter nach
Buenos Aires!
Heute wollte ich eigentlich in die Universal Film Studios,
habe mich dann aber kurzfristig doch lieber für die Warner Bros. entschieden, da
ich weniger an großen Action-Attraktionen und Geisterbahnen als vielmehr an echten
Filmhintergründen und richtigen Sets interessiert war. Und es war die absolut
richtige Entscheidung! Die 2,5 Stunden dauernde VIP-Tour durch die Filmstudios (mit
Golf-Car und zu Fuß) ist ein echtes Erlebnis!! Fans von Filmen und Serien wie Batman,
Harry Potter, Herr der Ringe, Desperate Housewifes, Friends, Big Bang Theory und
Tausenden mehr kommen hier voll auf ihre Kosten. Man kann ganze Filmstädte und
zahllose bekannte Plätze aus Film und Fernsehen entdecken. Richtig toll war für
mich ein Besuch des Sets von The Mentalist - aaaaaaahhhhh, mein Dauergrinsen
wollte einfach nicht mehr weggehen! Ich stand im Gang des Büros des CBI :)!!!
Schade, dass der schöne Patrick Jane nicht da war, um einen Fall zu lösen :D!!!
Mann, war das toll!! Und das ganze Drumherum, einfach alles hat mich
begeistert, das Set, die Kabel, die Lampen, die Kameras, die riesigen Vorrichtungen im Studio und die Tatsache, dass
nächste Woche hier schon wieder gedreht wird!! Danach gab`s im Museum
zahlreiche Original-Requisiten aus Batman und Harry Potter zu entdecken. Ich
warf einen Blick in die Bücher eines Kobolds von Gringotts, durfte den
Sprechenden Hut aufsetzen (ich gehöre jetzt offiziell zu Griffindor :D), musste
mich vor der gruseligen Spinne retten und habe Voldemort persönlich
gegenübergestanden (naja, eigentlich nur seinem Umhang). In einem anderen
Studio konnte man all die krassen Autos aus den Batman-Filmen bewundern - vor
allem die Männer sahen hier sehr glücklich aus :)! Den krönenden Abschluss der
Tour bildete eine Sitzprobe mit Foto auf der Original-Couch (!!!!) im Original-Central-Perk-Café
aus Friends!!! Mein Po saß da, wo auch der Po von Jennifer Aniston und der
anderen Friends immer saß :) - cool cool cool!!!! Zum Abschluss wollte ich mir
fast einen Zauberstab von Ollivander kaufen, entschied mich dann aber doch nur
für drei Packungen von Berti Botts Bohnen ;) - u.a. mit den
Geschmacksrichtungen „Ohrenschmalz“, „Wurst“ und „Erbrochenes“ :D… bestimmt
sehr lecker ;)
Nach einem letzten Pool-Sonnen-Bad habe ich nun nur noch die
letzten Mitbringsel besorgt und war ein letztes Mal in den USA shoppen (mein
Koffer ist nun schon um Einiges voller :)…) und morgen geht`s weiter nach
Buenos Aires - allerdings über einen kleinen Umweg über Toronto (*lach* :D)… ca.
20 Stunden werde ich unterwegs sein. Frag mich einer, was das für einen Sinn
machen soll, aber mir egal! Ich freu mich auf neue Erlebnisse und Abenteuer in
einer Stadt, in der ich zwar die Sprache nicht kann, aber meine liebe Cousine Lisa
mich bestimmt von ihrer Wahlheimat zu begeistern wissen wird. Dann gibt`s
bestimmt wieder viel zu berichten - schon jetzt habe ich das Gefühl, mich dem
Umfang meiner in Deutschland ruhenden Dissertation zu nähern :D… Vielen Dank
für`s fleißige Lesen und bis bald aus Argentinien! Best Wishes to Germany and Goodbye Hollywood
Hills Forever, Goodbye California *** Will miss you
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen