Montag, 22. September 2014

still Sydney :D



Obwohl ich jetzt schon seit fast zwei Wochen hier bin, verging die Zeit irgendwie viel zu schnell. Inwischen haben schon mehrmal meine ZimmergenossInnen gewechselt. Anfangs wohnte ich nur mit dem netten Italiener Federico zusammen, dann kam Julia aus Deutschland für ein paar Tage dazu, dann die drei Jungs aus Frankfurt und jetzt wohne ich mit Laura aus Vancouver, Alexander aus Paris und drei netten jungen Mädchen aus Holland zusammen. So lernt man ständig neue Leute kennen. Und ich muss immer wieder feststellen, dass ich es genieße, mit Menschen zusammen zu sein, deren Muttersprache ebenfalls nicht Englisch ist, da sie wesentlich langsamer sprechen als die Aussis, Amerikaner oder Kanadier (und weil man so viel mehr über die verschiedensten Kulturen erfährt). Wenn sich Letztere unterhalten, kommt es schon öfter vor, dass ich nicht ein einziges Wort verstehe, weil es einfach viel zu schnell geht. Ich fühle mich aber sehr wohl hier, jeden Tag trifft man neue nette Leute und da hier so viele Deutsche unterwegs sind, komme ich manchmal auch dazu, mal wieder deutsch zu sprechen :). Manche Deutsche wollen allerdings gar nicht mehr deutsch sprechen, wenn sie andere treffen. So z.B. auch Olli, der auch an der Uni Jena Sportwissenschaft studiert hat und den ich hier im Hostel getroffen habe :D - es ist nicht zu fassen. Da laufe ich nichts ahnend durch Bondi Beach und sehe vor mir plötzlich jemanden, von dem ich glaube, ihn aus Jena zu kennen, aber ich denke - nein, das ist er niemals, zu unwahrscheinlich und er verschwindet in einem Surfshop! Tja, und zwei Tage später komme ich aus meinem Zimmer und da steht er direkt im Flur, in meinem Hostel!!! Nicht zu fassen!! Zufälle gibt`s… :)
Ich bin inwischen eigentlich auch kaum noch allein unterwegs, wie zu Beginn meiner Reise, weil ich dauernd irgendjemanden treffe oder kennenlerne. Mit Federico war ich im Botanical Garden, weil an diesem Tag das Wetter nicht so toll war und hier war ich wieder voll in meinem Element, da hier hunderte verschiedene Vogelarten unterwegs sind, die es bei uns nicht gibt, wie verschiedene Papageienarten, seltsame bunte kleine Vögelchen, lustige schwarze Typen mit übergroßen Füßen, große weiße Kakadus und zig andere… Meine Fotoanzahl geht schon wieder in die Tausende :D. Ich will unbedingt auch nochmal hin, weil ich inzwischen gehört habe, dass man die Papageien mit Futter anlocken kann und sie dann überall auf den Leuten rumklettern und aus der Hand fressen :D - toll! Außerdem gab es eine lustige Cheerleader-Truppe (Männer und Frauen) zu beobachten, die auf der Wiese zwischen den lustigen Vöglen ihr "Künste" erprobten :D...
Die ersten Tage war das Wetter wirklich super und dafür, dass hier eigentlich noch Winter ist bzw. der Frühling gerade erst beginnt, ist die Sonne sehr warm - da habe ich schon viel Zeit am Strand und mit meiner Kamera bewaffnet an den Klippen verbracht. Inzwischen ist es immer noch sehr sonnig, aber wenn der Wind auffrischt, was spätestens ab Mittag immer der Fall ist und auch gegen Abend (dunkel wird es ab 17.00 Uhr) ist es empfindlich kalt, manchmal nur zwischen 10° und 15° - was ziemlich unangenehm werden kann in Verbindung mit dem Wind - brrrrrrr….! Und da es so schnell dunkel wird, bin ich manchmal schon um 20.00 Uhr so müde, als wäre es Mitternacht :). Sydney bei Nacht ist unglaublich reizvoll, insbesondere im Zentrum. Die Hochhäuser, der gesamte Sydney Harbour, die Brücke und natürlich die Oper sehen immer wieder so toll aus und sind so schön beleuchtet, dass ich einfach immer, wenn ich vorbeikomme, Bilder machen muss - so geht es scheinbar irgendwie allen Leuten hier, ich will nicht wissen, wie oft allein die Oper jeden Tag fotografiert wird :)! Speziell am Samstagabend herrscht natürlich buntes Treiben im Zentrum und auch hier am Bondi Beach. Jede(r) takelt sich ordentlich auf und ganz groß in Mode sind hier scheinbar gerade Minikleidchen, die ganz offensichtlich nicht dazu dienen sollen, den Hintern zu bedecken :D. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man eher sehr schlank ist oder eher nicht so sehr schlank :D! Aber ich bin auch immer wieder überrascht, wie viele überdurchschnittlich schöne Frauen (und Männer!! ;)) hier rumlaufen und man merkt auch extrem, dass insbesondere das Zentrum Sydneys die High Society anzieht. Rund um den Sydney Harbour stehen mit die teuersten Häuser der Welt - hier bezahlt man ganz besonders für den Wahnsinnsblick, nicht unbedingt dafür, dass das Haus auch schön ist! Und feiern oder einfach was trinken gehen ist hier dermaßen teuer, dass man als arme Reisende ganz schnell seine restlichen Mäuse los ist :)… Aber es gibt auch immer wieder kostenlose Events und Sehenswürdigkeiten, die frei sind und wo dann alle gleich in Massen hinströmen. Wie z.B. das Festival of the Winds hier am Bondi Beach, das eine sehr lange Tradition hat und eine Riesenveranstaltung für alle Altersklassen ist. Jeder bringt seinen Drachen mit und dann gibt es einen großen Wettbewerb, welcher Drachen am längsten und am höchsten steigt. Dazu gibt es viele Tanzshows, Workshops, Livemusik, tolles Essen und und und... So voll habe ich den Strand vorher kein einziges Mal erlebt, um irgendwo etwas zu essen zu kaufen, musste man ca. 1 h anstehen und die armen Möwen waren ganz irritiert, weil der Himmel plötzlich völlig überfüllt war :). Manche Drachen flogen so hoch, dass man sie kaum noch erkennen konnte. Einige Chinesen waren dabei besonders eifrig, mit riesigen Spulen für die Drachenschnur ließen sie seltsamsten Gebilde gen Himmel steigen - dabei machte es auch nichts aus, wenn der Drachen eigentlich nur ein winziges Stück braunes Papier war, Hauptsache schön hoch. Ganz niedlich war ein großer schwarzer dicker Mann, der einen aus einer Mülltüte und schwarzem Klebeband gebauten (ziemlich häßlichen :)) Drachen steigen lassen wollte und ca. eine Stunde ganz geduldig damit kämpfte, das Ding in den Himmel zu bekommen. Alle paar Minuten schlitzte er mit den Fingernägeln ein neues Loch in seinen Drachen, in der Hoffnung auf eine bessere Aerodynamik :) - nach einiger Zeit bestand er nur noch aus diversen Löchern und Schlitzen, aber fliegen wollte er nicht - das tat uns so leid! Diesen Tag verbrachte ich mit Karo (der Studentin aus Jena, die auch gerade in Sydney lebt) und ihren Freunden und Mitbewohnern aus Sydney, u.a. einer weiteren Deutschen und einer sehr lustigen und netten Französin. Wir konnten u.a. auch einen Kunstflieger bestaunen, der große Herzen und ganze Sätze an den Himmel schrieb: REAL MEN COOK :D - das ist doch mal eine Aussage, die es wert ist in den Himmel zu „fliegen“ ;)… 















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