Obwohl ich jetzt schon seit fast zwei Wochen hier bin,
verging die Zeit irgendwie viel zu schnell. Inwischen haben schon mehrmal meine
ZimmergenossInnen gewechselt. Anfangs wohnte ich nur mit dem netten Italiener
Federico zusammen, dann kam Julia aus Deutschland für ein paar Tage dazu, dann
die drei Jungs aus Frankfurt und jetzt wohne ich mit Laura aus Vancouver,
Alexander aus Paris und drei netten jungen Mädchen aus Holland zusammen. So
lernt man ständig neue Leute kennen. Und ich muss immer wieder feststellen,
dass ich es genieße, mit Menschen zusammen zu sein, deren Muttersprache
ebenfalls nicht Englisch ist, da sie wesentlich langsamer sprechen als die
Aussis, Amerikaner oder Kanadier (und weil man so viel mehr über die verschiedensten Kulturen erfährt). Wenn sich Letztere unterhalten, kommt es schon öfter vor, dass ich nicht ein einziges Wort verstehe, weil es einfach
viel zu schnell geht. Ich fühle mich aber sehr wohl hier, jeden Tag trifft man
neue nette Leute und da hier so viele Deutsche unterwegs sind, komme ich
manchmal auch dazu, mal wieder deutsch zu sprechen :). Manche Deutsche wollen
allerdings gar nicht mehr deutsch sprechen, wenn sie andere treffen. So z.B.
auch Olli, der auch an der Uni Jena Sportwissenschaft studiert hat und den ich hier im Hostel
getroffen habe :D - es ist nicht zu fassen. Da laufe ich nichts ahnend durch
Bondi Beach und sehe vor mir plötzlich jemanden, von dem ich glaube, ihn aus
Jena zu kennen, aber ich denke - nein, das ist er niemals, zu unwahrscheinlich
und er verschwindet in einem Surfshop! Tja, und zwei Tage später komme ich aus
meinem Zimmer und da steht er direkt im Flur, in meinem Hostel!!! Nicht zu
fassen!! Zufälle gibt`s… :)
Ich bin inwischen eigentlich auch kaum noch allein
unterwegs, wie zu Beginn meiner Reise, weil ich dauernd irgendjemanden treffe
oder kennenlerne. Mit Federico war ich im Botanical Garden, weil an diesem Tag
das Wetter nicht so toll war und hier war ich wieder voll in meinem Element, da
hier hunderte verschiedene Vogelarten unterwegs sind, die es bei uns nicht
gibt, wie verschiedene Papageienarten, seltsame bunte kleine Vögelchen, lustige
schwarze Typen mit übergroßen Füßen, große weiße Kakadus und zig andere… Meine
Fotoanzahl geht schon wieder in die Tausende :D. Ich will unbedingt auch
nochmal hin, weil ich inzwischen gehört habe, dass man die Papageien mit Futter
anlocken kann und sie dann überall auf den Leuten rumklettern und aus der Hand
fressen :D - toll! Außerdem gab es eine lustige Cheerleader-Truppe (Männer und Frauen) zu beobachten, die auf der Wiese zwischen den lustigen Vöglen ihr "Künste" erprobten :D...
Die ersten Tage war das Wetter wirklich super und dafür,
dass hier eigentlich noch Winter ist bzw. der Frühling gerade erst beginnt, ist
die Sonne sehr warm - da habe ich schon viel Zeit am Strand und mit meiner
Kamera bewaffnet an den Klippen verbracht. Inzwischen ist es immer noch sehr
sonnig, aber wenn der Wind auffrischt, was spätestens ab Mittag immer der Fall
ist und auch gegen Abend (dunkel wird es ab 17.00 Uhr) ist es empfindlich kalt,
manchmal nur zwischen 10° und 15° - was ziemlich unangenehm werden kann in
Verbindung mit dem Wind - brrrrrrr….! Und da es so schnell dunkel wird, bin ich
manchmal schon um 20.00 Uhr so müde, als wäre es Mitternacht :). Sydney bei
Nacht ist unglaublich reizvoll, insbesondere im Zentrum. Die Hochhäuser, der
gesamte Sydney Harbour, die Brücke und natürlich die Oper sehen immer wieder so
toll aus und sind so schön beleuchtet, dass ich einfach immer, wenn ich
vorbeikomme, Bilder machen muss - so geht es scheinbar irgendwie allen Leuten
hier, ich will nicht wissen, wie oft allein die Oper jeden Tag fotografiert
wird :)! Speziell am Samstagabend herrscht natürlich buntes Treiben im Zentrum
und auch hier am Bondi Beach. Jede(r) takelt sich ordentlich auf und ganz groß
in Mode sind hier scheinbar gerade Minikleidchen, die ganz offensichtlich nicht
dazu dienen sollen, den Hintern zu bedecken :D. Dabei spielt es auch keine
Rolle, ob man eher sehr schlank ist oder eher nicht so sehr schlank :D! Aber ich
bin auch immer wieder überrascht, wie viele überdurchschnittlich schöne Frauen (und
Männer!! ;)) hier rumlaufen und man merkt auch extrem, dass insbesondere das
Zentrum Sydneys die High Society anzieht. Rund um den Sydney Harbour stehen mit
die teuersten Häuser der Welt - hier bezahlt man ganz besonders für den
Wahnsinnsblick, nicht unbedingt dafür, dass das Haus auch schön ist! Und feiern
oder einfach was trinken gehen ist hier dermaßen teuer, dass man als arme
Reisende ganz schnell seine restlichen Mäuse los ist :)… Aber es gibt auch
immer wieder kostenlose Events und Sehenswürdigkeiten, die frei sind und wo
dann alle gleich in Massen hinströmen. Wie z.B. das Festival of the Winds hier
am Bondi Beach, das eine sehr lange Tradition hat und eine Riesenveranstaltung
für alle Altersklassen ist. Jeder bringt seinen Drachen mit und dann gibt es
einen großen Wettbewerb, welcher Drachen am längsten und am höchsten steigt. Dazu gibt es viele Tanzshows, Workshops, Livemusik, tolles Essen und und und... So
voll habe ich den Strand vorher kein einziges Mal erlebt, um irgendwo etwas zu
essen zu kaufen, musste man ca. 1 h anstehen und die armen Möwen waren ganz
irritiert, weil der Himmel plötzlich völlig überfüllt war :). Manche Drachen flogen
so hoch, dass man sie kaum noch erkennen konnte. Einige Chinesen waren dabei
besonders eifrig, mit riesigen Spulen für die Drachenschnur ließen sie
seltsamsten Gebilde gen Himmel steigen - dabei machte es auch nichts aus, wenn
der Drachen eigentlich nur ein winziges Stück braunes Papier war, Hauptsache
schön hoch. Ganz niedlich war ein großer schwarzer dicker Mann, der einen aus
einer Mülltüte und schwarzem Klebeband gebauten (ziemlich häßlichen :)) Drachen
steigen lassen wollte und ca. eine Stunde ganz geduldig damit kämpfte, das Ding
in den Himmel zu bekommen. Alle paar Minuten schlitzte er mit den Fingernägeln
ein neues Loch in seinen Drachen, in der Hoffnung auf eine bessere Aerodynamik
:) - nach einiger Zeit bestand er nur noch aus diversen Löchern und Schlitzen,
aber fliegen wollte er nicht - das tat uns so leid! Diesen Tag verbrachte ich mit
Karo (der Studentin aus Jena, die auch gerade in Sydney lebt) und ihren
Freunden und Mitbewohnern aus Sydney, u.a. einer weiteren Deutschen und einer
sehr lustigen und netten Französin. Wir konnten u.a. auch einen Kunstflieger bestaunen, der
große Herzen und ganze Sätze an den Himmel schrieb: REAL MEN COOK :D - das ist
doch mal eine Aussage, die es wert ist in den Himmel zu „fliegen“ ;)…
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