Donnerstag, 25. September 2014

Big Summary Sydney...


So, da es morgen nun schon wieder weiter geht nach Samoa und ich ganz schön hinterherhänge mit Berichten, weil es hier so schwierig ist mit dem Internet, versuche ich jetzt, die letzten 10 bis 12 Tage so gut es geht zusammenzufassen - könnte also wieder lang werden :). Ganz toll fand ich das Australian Museum, dass sich vor allem mit der australischen Tierwelt und ein wenig auch mit der Geschichte des Kontinents befasst. Es gibt unzählige Tierexponate und mal lernt unheimlich viel über die verschiedenen Arten und wie sie sich ganz speziell an ihren Lebensraum in Australien angepasst haben. Auf einer ganzen Etage kann man die Tiere sogar anfassen, sich mit riesigen ausgestopften Kängurus fotografieren lassen, unzählige Knochen studieren, riesige präparierte Spinnen unter dem Mikroskop betrachten und sich dabei immer wieder neu gruseln und Oskar, den großen Leguan streicheln und herumschleppen (der zum Glück noch quicklebendig ist :)). Die beiden Mitarbeiter dort waren sehr nett und haben mir Löcher in den Bauch gefragt über Deutschland, Jena und was ich in Sydney so mache und plane und dann haben wir uns Jena im Internet angeschaut - ein echt komisches Gefühl, mitten in Sydney im Museum meine Stadt auf dem Bildschirm zu sehen… Die zwei waren so neugierig und sehr lieb - und haben mich doch glatt auf 25 geschätzt :D *lach* - Charmeure :)! Mit meinem ganzen neuen Wissen im Kopf bin ich dann einfach wieder  ein bißchen durch die Stadt gestromert, wo es mich gerade hinzog und bin am Darling Harbour und in China-Town gelandet - was allerdings hier ziemlich klein ausfällt. Dann habe ich mich mit Karo und ihrer französischen Freundin Sandra getroffen - zum Pancakes essen in The Rocks, einem der ältesten Stadtteile Sydneys mit tollen (teuren) Restaurants (26 Dollar für eine Suppe :)) und schicken kleinen Pubs (für ein Bier zahlt man in Sydney ganz schnell mal 10 Dollar). Die Pancakes sind auch nicht eben billig, aber so lecker und reichhaltig, dass das erstmal egal ist :). Und Sydney ist eben teuer, das lässt sich nicht leugnen. Danach bin ich noch ein wenig mit meiner Kamera am Sydney Harbour auf Motivsuche gegangen - das Problem ist, dass man immer wieder an der Brücke hängenbleibt und einfach immer ein Bild (mindestens :D) machen muss, es geht einfach nicht anders, niemand hier kann sich dem entziehen, es ist wirklich komisch :D.

Am nächsten Morgen musste der nette Italiener abreisen und dafür kam die liebe Laura als neue Zimmergenossin, eine Make-up-Artist aus Kanada, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand. Ich traf sie zum ersten Mal, als ich zitternd und schlotternd von meinen zweiten Surfsession zurückkam. Diesmal hatte ich ein längeres Board und Olli hat mir noch ein paar Tips gegeben und so hat es doch wesentlich besser geklappt als beim letzten Mal. Trotzdem geben meine Muskeln nach spätestens 1,5 Stunden den Geist auf, weil das Wasser zusammen mit dem Wind so kalt ist, dass ich einfach irgendwann nicht mehr fühle, ob ich noch Hände und Füße habe oder nicht. Trotz Wetsuit brauchte ich diesmal sogar fast 2 Stunden und eine kochende Dusche, um wieder warm zu werden - gräßlich, ich freue mich auf Samoa und Surfen im Bikini :)! Abends habe ich von Laura neue witzige Kartenspiele gelernt - obwohl ich Kartenspielen (insbesondere andauerndes Verlieren ;)) hasse, machen diese richtig Spaß, die werde ich in der Heimat mal weitergeben. Bei einem dieser Spiele war auch Alan, ein netter Argentinier dabei, der mir mehrmals versicherte, ich hätte das Talent und die perfekte Stimme zum Snychronisieren von Animationsfilmen oder zum Schauspielern - hahaha :D, da weiß ich ja jetzt, was ich als nächstes ausprobieren werden :)! Danach haben wir gleich den nächsten Tag zusammen geplant - Taronga Zoo! Vom Watsons Bay ganz am nördlichen Ende von Bondi ging`s mit der Fähre von Bucht zu Bucht in Richtung der Skyline von Sydney (die Fotozahlen steigen ins Unendliche) und dann vom Circular Quay am Hafen von Sydney rüber zum Zoo, in den man über eine eigene Seilbahn gelangt. Der Zoo beherbergt vorrangig die Tiere Australiens und ist wunderschön, überall hat man immer wieder einen Wahnsinnsausblick auf Sydney. Ganz toll war die Seelöwen-Show, bei der die Tiere einzeln vorgestellt werden und man erfährt, wie sie leben und welche Charakterzüge sie jeweils haben. Kunststücke zeigen sie auch, wobei immer wieder darauf hingeweisen wird, das die Tiere nicht (wie in anderen „Shows“) gegen ihren Willen getrimmt werden, sondern aufgrund ihrer Intelligenz regelmäßig Abwechslung und neue Herausforderungen brauchen und bei diesen Spielen sehr viel Spaß haben. Ich hoffe, das stimmt - werde das mal nachforschen… Am tollsten war jedoch die Vogelshow, mit Adlern, großen Papageien und Eulen, die knapp über den Köpfen der Zuschauer hin und her flogen und das alles vor der Skyline Sydneys - natürlich mein Highlight des Tages. Meine Kamera stand niemals still :D! Zum Abschluss wurde auch hier betont, wie wichtig es sei, den Lebensraum der Tiere zu schützen und dann durfte man einem netten Papageien ein Geldstück geben, der es dann als Spende in eine große Box warf - soooo toll :)!!

Die nächste große Unternehmung war die Fahrt in die Blue Mountains mit Karo und Sandra und noch vier anderen Mädels u.a. aus Brasilien und Korea. Ein sehr witziger und schöner Tag in einer wirklich wunderschönen Landschaft. Am liebsten hätte ich gleich ein paar Tage mit dem Zelt dort verbracht (obwohl ich nicht gerade der große Camper-Fan bin), weil es einfach so schön ist und sich das Tal vielversprechend und wild vor den Blicken der Besucher ausbreitet. Die Geräusche des Waldes lassen erahnen, wieviele Tierarten sich hier verstecken - ich weiß gar nicht genau, ob ich alle unbedingt kennenlernen muss - aber allein das inzwischen sehr bekannte Gekreische der zahlreichen Kakadus, die hier dauernd überall aus den Bäumen hochflattern lässt mich aufgeregt herumzappeln und ich will am liebsten nur mit Kamera, Rucksack und Zelt durch den Wald streifen. Auch die „Three Sisters“, eine große Felsformation, die insbesondere für die Aboriginies hier eine sehr große Bedeutung hat, sind beeindruckend und der Blick hier über das Tal ist wunderschön. Allerdings zieht er auch massenhaft Touristen an, insbesondere lustige Chinesen, die hier alle mit denselben grellgrünen Jacken mit Sydney-Bild drauf herumhüpfen (die zu keinem anderen Kleidungsstück passen und einfach niemandem stehen) und Gruppenfotos mit ca. 100 Leuten machen, für das dann alle mehrmals laut brüllen müssen…

Am vergangenden Montag habe ich es dann tatsächlich gewagt, im Sydney Dance Center (Sydney Dance Company) eine Contemporary-Lesson (Mittelstufe) zu buchen. Die Tanzschule bzw. die Company hat ihre Räume direkt am Hafen in einer historischen Wharf und ist einfach megaschön!! Man kommt über die zugehörige Sydney-Dance-Lounge (superschönes Café mit Blick auf Sydney und den Hafen) hinein und kann direkt den Profis beim täglichen Training zuschauen - das ist so toll!!! Die Stunde an sich war leider für meinen Geschmack etwas zu experimentell und seeeeeehhhhhr contemporary ;) - das Training war außerdem eher Beginner als Intermediate und filmen durfte ich die seltsame Choreo auch nicht (habe ich aber heimlich gemacht). Naja, muss einem ja auch nicht alles gefallen… Danach bin ich gleich losgeflitzt, weil ich mit Tobi und Laura  vor dem Museum of Contemporary Art verabredet war. Zusammen sind wir dann den Brückenpfeiler der Harbour Bridge hochgestiegen (Pylon View), der nur einen Bruchteil des Harbour Bridge Climb kostet, aber einen ebenso tollen Blick auf den Hafen und die Stadt bietet - sehr zu empfehlen für alle, die keine 200 Dollar ausgeben wollen, wenn sie den Wahnsinnsblick nicht mal selbst fotografieren dürfen! Der Blick von da oben ist einfach unbeschreiblich, wir konnten wieder mal gar nicht aufhören mit fotografieren :)! Noch toller wurde es im Botanischen Garten, wohin es uns nach einem leckeren Lunch in The Rocks zog - mit dem Ziel, die großen Kakadus anzulocken und zu füttern. Leider hatten wir kein Futter, das hatten wir vergessen zu besorgen - bis ich im Park eine Scheibe Toastbrot fand, die einfach mitten auf der Wiese lag. Zuerst lachten die beiden über mich, weil ich einfach die Brotscheibe mitgenommen habe, aber dann waren sie sehr froh, denn die Kakadus fanden das ganz toll und waren nicht mehr zu bremsen - sie kamen von überall her und hockten schließlich auf Tobis Rucksack, Lauras Kopf, meiner Schulter, auf Armen und Rücken und fraßen die Brotstückchen aus der Hand. Und die sind echt groß und schwer und die Schnäbel sind beeindruckend - vor allem, wenn sie direkt neben deinem Ohr sitzen! Wir waren ganz hingerissen, ich ganz besonders und haben krümchenweise die eine Scheibe Brot verfüttert, damit sie möglichst lange dableiben!!! Oh, das war so schön, ich war ganz glücklich und morgen gehe ich auf jeden Fall auch nochmal hin, mit neuem Futter bewaffnet :D!! Danach konnten wir wieder mal nicht aufhören mit grinsen und genossen noch den Sonnenuntergang mit Blick auf Sydney. Hier ist eins meiner Lieblingsfotos (von inzwischen fast 6000!!) entstanden: die Skyline von Sydney bei Sonnenuntergang und am Himmel der Schriftzug „THIS WILL NEVER LAST“, wieder von einem talentierten Kunstflieger „geschrieben“ - sieht aus wie eine Fotomontage, ist aber alles echt und perfektes Timing! Auf dem Heimweg gab es dann noch einen lustigen/ seltsamen Zwischenfall im Bus, der uns zwang, den Rest zu Fuß zu gehen. Eine Frau stritt sich doch tatsächlich mit einem fremden Mann, der neben ihr gesessen hatte um ihr Handy, dass er ihr weggenommen hatte, weil sie ein „Beweis-Foto“ von ihm gemacht hatte, nachdem er sie ihrer Meinung nach „unsittlich“ berührt hatte! Tatsache war, dass er sich beim Sitzen nur zu weit ausgebreitet hatte und sie dabei am Bein berührt hatte. Sie wollte dann die Polizei rufen (nachdem sie ihr Handy wiederhatte) und den Busfahrer zwingen, mit auf die Beamten zu warten. Dann kam es noch zum Streit zwischen ihr und einigen Fahrgästen, die alle stinksauer waren, weil niemand Lust hatte, ewig im Bus rumzuhängen, weil jemand seine Beine ein Stück zu weit in Richtung seiner Sitznachbarin geschoben hatte, weil er keinen Platz hatte - ist das zu fassen??? Und dann sind alle (!!!) schimpfend ausgestiegen und zu Fuß gegangen und nur der arme Busfahrer musste mit ihr auf die Polizei warten :D…

Weitere Highlights der letzten Tage waren das Whale-Watching, das uns atemberaubende Momente bescherte und das vor allem wegen unseres sehr lustigen Fahrers (mit Skibrille) und seinem sehr schnellen Boot (nur 20 Leute) extrem aufregend war - der Wellengang hat sein Übriges getan. Ich war froh, dass Laura mir vorher eine ihrer Anti-Seekrankheit-Pillen gegeben hat, einige Leute sahen sehr grün im Gesicht aus und haben z.T. fleißig die „Fische gefüttert“ :) … Die Wale waren sehr brav und haben sich oft blicken lassen! Ein wirklich tolles Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Heute gab es nochmal einen Foto-Marathon erst im Wildlife-Adventure-Park am Darling-Harbour, wo man den Koalas, Kängurus, Wombats (die sind so niedlich!!!) und vielen anderen Tieren ganz nah kommen kann (so nah, dass mir eine Riesenkakerlake über den nackten Fuß lief - uuuuurrrrgghh!!), danach im Madame-Tussaud-Wachsfiguren-Kabinett und zum Abschluss noch im Sealife-Aquarium von Sydney. Ich habe nun Fotos u.a. zusammen mit Bruce Willis, Albert Einstein, Ghandi und E.T. :)!

So, jetzt muss ich schlafen gehen, morgen habe ich nochmal Zeit für die letzten Mitbringsel und die letzten meiner über 20 (!) Karten, die ich noch schreiben muss und dann geht`s zur letzten Etappe nach Samoa :)… Bye bye ***


































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