So, das Heimweh ist nun gänzlich verschwunden :), obwohl ich meine
Freunde und Familie genauso vermisse wie am Anfang oder sogar noch etwas mehr,
weil ich so viel erlebe und es so gern mit ihnen teilen möchte!! Seit meinem
letzten Post sind mehrere Tage vergangen und es gibt viel zu berichten - also
etwas Zeit einplanen zum Lesen ;)…
Nachdem ich mich am Samstagnachmittag so schön ausgeruht und
von den „Strapazen“ der ersten Tage erholt hatte, konnte ich mich am Sonntag
frisch und neugierig auf Neues (z.B. Nackte nur mit Socken „bekleidet“ - aber nicht
an den Füßen…siehe facebook) auf den Weg zum Golden Gate Park machen - laut
Reiseführer eine tagesfüllende Unternehmung, „“kaum an einem Tag zu schaffen“…
Man macht sich ja gar keine Vorstellung!!! Dieser Park ist megagroß und am Ende
des ganzen Tages wusste ich, warum am Ostende des Parks Fahrräder zum Verleih
angeboten werden - brauche ich doch nicht, bin ja gut zu Fuß :D - haha, der
Park ist 4 km² groß und zu Fuß ist man wirklich Stunden unterwegs, vor allem
wenn man ständig stehen bleibt und Fotos macht von allem, was da zu entdecken
ist und was so kreucht und fleucht :).
Und das bei großartigem Sonntagswetter! Also meine Empfehlung: den Park unbedingt
mit dem Rad erkunden!
Zu Beginn habe ich die Californien Academy of Science
besucht, die u.a. im Park zu finden ist. Mit meinem San Francisco City Pass hatte
ich hier freien Eintritt - und es hat sich wirklich gelohnt!!! Hier gibt es ein T-Rex-Skelett (echt??) und
neben einem Aquarium ein riesiges, sehr beeindruckende Planetarium (Wahnsinns-Show!!!),
einen Regenwald mit Papageien und anderen exotischen Vögeln und handtellergroßen
Schmetterlingen, eine Riesensammlung von Tierexponaten und seltsamen Knochen und eine
Erdbeben-Simulation. Nachdem ich in der vergangenen Nacht ein echtes Erdbeben
erlebt hatte - im Bett, ohne richtig zu begreifen, dass das tatsächlich ein
Beben ist, das ausnahmsweise mal nicht vom Gezappel meiner Bett“nachbarin“ eine
Etage tiefer stammt - konnte ich hier in einer Simulation das schlimme Erdbeben
von 1906 nachempfinden - echt krass, da ist man irgendwie froh, dass Deutschland nicht in der Nähe einer
tektonischen Verwerfung liegt! Danach ging es auf einen sehr sehr seeehhr
langen Spaziergang durch den Park bis ans Westende zum Ocean Beach. Der
wunderschöne extrem breite Strand entschädigt für alles! Und vom Cliffhouse hat
man einen tollen Blick auf`s Meer, den Strand und auf die Ruinen des alten
Seebades (Sutro Bath). Hier hatte ich einen wirklich tollen Sonnenuntergang mit
meinen geliebten Pelikanen, die hier in großen Gruppen herumfliegen und sich auf
den großen Felsen sammeln. Insgesamt wieder ein toller toller Tag!
Am Montag (meinem letzten Tag in San Francisco) war
eigentlich nochmal ein Kurs in der „Alonzo King Lines“-Dance School geplant,
aber dann hatte ich irgendwie keine Lust, bei dem schönen Wetter drinnen zu
sein, in L.A. hab ich noch genug Möglichkeiten zum Tanzen - also hab ich lieber
einen zweiten Versuch bei den Cable Cars gestartet - und siehe da - die Schlange
war diesmal nur 10 m lang und nicht 100 wie beim ersten Mal :). Und dann ging`s los
mit der historischen Bahn nach Chinatown, gezogen von Stahlseilen, die unter
der Straße liegen. Ein echtes Erlebnis, vor allem die Leute, die das Ding
bedienen sind echte Originale. In Chinatown gab`s wieder viel zu entdecken - u.a.
konnte man sich hier kiloweise Hühnerfüße (!) kaufen - ich will nicht wissen, für
welches Gericht das verwendet wird! Uuuuuhhh…. Und ich habe viele kleine
Buddhas als Glücksbringer für meine Lieben zuhause erstanden :). In North Beach gibt`s
dagegen viele italienische Läden und Restaurants, u.a. ein „Garlic Restaurant“ -
hier wird Knoblauch serviert mit Gemüse, oder Knonlauch mit Fleisch, oder
Knoblauch mit… ;). Über den Coit Tower ging`s auf einer engen Treppe zwischen
sooooo tollen Gärten und kleinen Villen
hindurch zurück hinunter zum Hafen. Hier hab ich auf einer Bay-Cruise-Tour den
netten Ungarn Tamás kennengelernt - sein Englisch war nicht viel besser als
meins, aber er ist auch allein in SF unterwegs und so nahm der Tag noch ein
witziges Ende mit großen Portionen Eis am Spier 39 und Spaghetti und gefräßigen Möwen, die den Hals einfach nie
voll kriegen :) (siehe
facebook) und mit Handlesen (ich bin unter einem „glücklichen Stern geboren!“ Aha :))
und Armdrücken in einem Museum für alte Jahrmarkt-Attraktionen.
Am Dienstag ging dann mein Road-Trip von San Francisco nach
L.A. los. Anfang war ich etwas unsicher, ob ich so ganz allein und ohne Navi auf
den Straßen von Kalifornien zurechtkomme, aber es geht super. Schon in SF klappte
alles toll, alles ist akkurat in Blöcke und Straßen geteilt und man weiß immer
wo man ist. Außerdem sind die Straßen schön breit und alle fahren irgendwie
viel enstpannter hier. Auf dem Highway No. 1 ging`s über Monterey und Big Sur
durch zahlreiche Nationalparks die Westküste entlang - eine wunderschöne
Strecke und superentspannt zum Fahren, da man nur ca. 90 km/h fahren kann und auf der
Küstenstraße meistens sowieso niemand überholen darf. Alle Nase lang entdeckt
man einen neuen „Vista Point“, jeder schöner als der vorherige und hier konnte
ich mit meinem tollen Objektiv u.a. ein paar Taucher dabei beobachten, wie sie
aus ca. 10-15 m Höhe von einem Felsen ins Meer sprangen - sah ziemlich krass
aus, so zwischen den ganzen spitzen Felsen.
Nach einem tollen Roadtrip erreichte ich Pismo Beach und
hier fiel mir plötzlich mit Erschrecken auf, dass ich weder eine Adresse noch
einen Namen noch eine Anfahrtsbeschreibung in ausgedruckter Form von meinem Hotel hatte - wie dusslig kann man
sein!!??? Panisch durchsuchte ich alles, was ich hatte nach irgendeinem
Hinweis, aber alles, was ich wissen musste, konnte ich nur bei booking.com
finden - und das ohne Internet-Verbindung :/!! Fast schon heulend beschloss
ich, in irgendeinem Motel am Straßenrand nach Wlan zu fragen - und tatsächlich
half mir ein sehr lieber älterer Herr im „Shell Beach Inn“ (eine Extra-Werbung
dafür!!), den Namen und die Adresse des Hotels aufzustöbern und gemeinsam
fanden wir auch den Anfahrtsweg heraus - Gott sei Dank!! Dort angekommen, fiel
ich nach mehreren Folgen „Golden Girls“ (Fernsehen!! :)) wie tot ins Bett.
Heute Vormittag gab`s „leckeres“ Frühstück bei McDonalds für ca. 5 $ (was wäre so falsch daran, wenn es
auch noch schmecken würde? Ich versteh nicht, was man bei einem Frühstück groß
falsch machen kann…) und dann ging`s ins Premium Outlet Pismo Beach :)! Toll toll toll :) Getankt habe ich
übrigens für 31,34 $ (7,36 Gallonen!) - das sind ca. 24 € für ca. 28 Liter! (Ich
bitte um einen selbständigen Vergleich mit deutschen Benzinpreisen ;)). Und
jetzt erklärt mir mal einer, wie das mit den Ölpreisen zusammenhängt!!!
Im Zwischenstopp Santa Barbara wollte ich erstmal nur am
Strand liegen und die heiße Sonne (wirklich sehr heiß!!) genießen, bevor ich
einen kleinen Spaziergang durch die State Street machte. Hier gab`s u.a. einen
tollen Laden („Yoghurtland“), in dem man sein Softeis selbst zapfen (ungefähr
12 verschiedene Sorten) und dann mit allen möglichen tollen Dingen auffüllen
kann (Früchte, Schokokrümel, Crunchies, …) und dann wird gewogen und bezahlt - 4
$ für ein Riesensofteis aus sechs Lieblingssorten und mit verschiedenem
frischen Obst - ich bin in meinem persönlichen Eis-Himmel :).
Jetzt bin ich seit ein paar Stunden bei Matze und Shannon in
Ojai und es ist wunderschön hier. Die kleine LeeAnn (1 Jahr) ist ganz süß und
lieb und hat sich gefreut über ihren neuen Plüsch-Seelöwen aus San Francisco :). Der nette und sehr
kuschelbedürftige Kater Rudy liegt neben
mir im Bett und ich hoffe sehr, dass weder giftige Spinnen (Schwarze Witwe!!!)
noch gefräßige Waschbären hier nachts aus dem Garten durchs Fenster einsteigen!
Der Kater muss sie dann bitte fressen, bevor sie mich fressen!!! Aaaahhh…!
Morgen werde ich mir Ojai anschauen und ansonsten am Pool
liegen und faulenzen. Mal sehen, was wir dann noch so machen… :)
Auf bald… Bye,
greetings and kisses from Ojai ***