Montag, 13. Oktober 2014

Visitor at home (ambiguous: “visitor back home” and feeling "like a visitor in his own home”)




Samoa - Vaiula Beach (1. Teil)

Obwohl ich inzwischen schon wieder zurück bin, möchte ich meinen Blog natürlich noch beenden, insbesondere da diese 5 Tage auf Samoa wesentlich mehr mit mir gemacht haben als die gesamte Reise zuvor. Da es auf Samoa keine Internetverbindung gab, zumindest nicht da, wo ich residierte, konnte dieser letzte Reiseabschnitt bisher hier nicht verschriftlicht werden.
Nach zweieinhalb Wochen Sydney ging es am Freitagabend, den 26.09. nach Samoa, einem Inselstaat im südwestlichen Pazifik, östlich von Australien und nordöstlich von Fidschi. Also ans andere Ende der Welt, zumindest von Deutschland aus. Der Abschied von Laura und auch von Tobi fiel nicht ganz leicht, da wir in Sydney doch viele sehr schöne Erlebnisse geteilt hatten und nun jeder wieder seiner Wege ging. Laura und ich trösteten uns mit einem letzten mit Brot bewaffneten Besuch im Botanischen Garten und wurden hier ausgiebig von zahlreichen Kakadus, Ibissen und Papageien verabschiedet :).
Der Flug nach Apia dauerte ca. 6 h und schon im Flugzeug fiel mir bei vielen offensichtlich samoanischen Fluggästen ein überdurchschnittlich großer Körperumfang auf. Gleichzeitig scheinen viele Samoaner mit einer angeborenen Ruhe und Freundlichkeit ausgestattet zu sein, die sie wie eine Aura vor sich her tragen und gern mit jedem teilen. Am Flughafen empfing uns neben einem tropischen Klima auch eine samoanische Musik- und Tanzgruppe, die auf einer kleinen Bühne (man beachte die Uhrzeit von 5:30 Uhr!) die Gäste der Insel gleich in die richtige Stimmung brachte. Überall gibt es hier tropische Blumen und selbst die Flughafenbeamten tragen Röcke bzw. Tücher um die Hüften - die Lavalava. Meine erste Amtshandlung, sobald ich meinen Koffer hatte: warme Klamotten aus, Flip Flops an und schnell noch das tolle Bananenbrot aus Sydney reingestopft, bevor es mir jemand von der samoanischen Einreisebehörde wegnehmen konnte - Einfuhr von Lebensmitteln usw… Das Risiko wollte ich nicht eingehen, nicht mit Bananenbrot :)! Außerhalb der Zollkontrolle wurde ich regelrecht von Taxifahrern “überfallen“ und habe mich dann spontan für Obe („Obi“ gesprochen) entschieden, der mir im Auto ausführlich über seine Frau und seine vier Kinder Auskunft gab und sich unheimlich freute, dass ich ihn für die fast zweistündige Fahrt zur Südseite der Insel ausgewählt hatte - besonders reich sind die Menschen nicht auf Samoa und für eine Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen nach Vaiula habe ich 120 Tala bezahlt, was umgerechnet ca. 36 € sind - viel Geld für eine 6-köpfige Familie hier. Dass ich ihn gleich für die Rückfahrt in 5 Tagen buchte, fand er ganz toll und ich ahnte nicht, dass ich damit gerade eine Riesenfehler begangen hatte…  Auf der langen Fahrt konnte ich bei einer wunderschönen aufgehenden Sonne bereits viele Eindrücke von Samoa gewinnen - von den Menschen, die hier leben, den offenen Häusern, die zumeist nur aus ein paar Holzpfosten und einem Dach bestehen (Fales) und rundum komplett offen sind und von der Natur und den Regenwäldern. Außerdem scheinen die Hunde hier einen Hang zum Selbstmord zu haben: wenn ein Auto kommt, rennen sie nicht weg, sondern bleiben mitten auf der Straße stehen und schauen dumm oder sie rennen direkt vor dem fahrenden Auto hin und her und dann auch noch hinterher - ein paar Mal war es ganz schön knapp-
Der Weg von der Straße bis zu meiner Unterkunft am Strand war dann nichts weiter als ein Schlammpfad durch den Dschungel und bei meiner Ankunft in „Vaiula Beach Fales“ war ich im ersten Moment ganz schön geschockt, da ich mich offensichtlich in der absoluten Pampa befand und außerdem nichts und niemand zu sehen war, das/ der irgendwie auch nur annähernd nach einer Unterkunft aussah, die man buchen kann. Aber der Anblick der vielen Kokospalmen und des Meeres hat mich schon einigermaßen begeistert. Und als dann die ersten Familienmitglieder auftauchten und mich nacheinander ausfragten, wie ich heiße, woher ich komme usw. und alle begeistert waren, dass es mich aus Deutschland soweit auf die andere Seite der Welt zu ihnen verschlagen hat und total lieb zu mir waren, da ging es mir dann schon besser.
Und dann gab es Frühstück, ich durfte gleich mit essen, obwohl ich offiziell erst mittags einchecken sollte und es tauchten plötzlich doch noch einige andere Gäste auf, so dass ich mich dann gleich noch wohler fühlte. Hier habe ich Martha aus Italien und ihren australischen Freund Tao, einen überaus talentierten Fotografen, kennengelernt - ein so liebes und zauberhaftes Paar, dass ich mich ihrem Charme kaum entziehen konnte. Außerdem Sunny aus Hawaii, der hier auf der Insel lebt, Rebekah („Bek“) aus Neuseeland und noch ein paar nette Menschen aus Australien. Das Frühstück besteht hier übrigens aus frischen Papayas, Kokosnüssen, frischen Eiern, süßem, leckeren Instantkaffee und Weißbrot, manchmal gab`s auch warme Tomatenspaghetti dazu :) - ein wirklich tolles Frühstück, sehr lecker, vor allem weil alles so frisch war!! Könnte ich mich dran gewöhnen… Und während des Frühstücks wurde mein Fale direkt am Strand mit einer Matratze, frischer Bettwäsche und einem großen Moskito-Netz ausgestattet und meine armen Gepäckstücke, die sich ganz eigenartig und fremd ausmachten auf der großen Wiese neben den Palmen, konnten dann auch endlich untergebracht werden. Und dannn wurde ich gleich eingeladen, mit dem Boot zur kleinen Mini-Traum-Insel zu fahren, die hier ein Stück entfernt vor der Küste liegt - „Nuusafee Island“. Neben Bek, Tao, Martha und noch drei anderen Mädels waren Nugg und Mark mit von der Partie. Nugg gehört die Bar hier am Strand, die ich kurz zuvor noch entdeckt hatte und er wirbt vor allem mit tollen Surferlebnissen hier am Vaiula Beach (http://samoasurfsecrets.com.au/ oder Samoa Surf Secrets auf facebook.com), insbesondere für die fortgeschrittenen Surfer, denn hier ist alles Korallenriff und entsprechend gefährlich für unerfahrene Surfer. Ich konnte einige „Kriegsverletzungen“ bestaunen :D - fehlende Zehen, riesige Kratzer am ganzen Körper, Platzwunden im Gesicht und Hai-Biss-Spuren am Unterschenkel! Auch Mark, ein Surfer aus Wales, lebt hier vor allem um auf dem Meer zu fischen und zu surfen - es ist sein Leben, dafür nimmt er in Kauf, dass es hier weder warmes Wasser noch Internet noch sonstige Annehmlichkeiten der Zivilisation gibt. Meinen Plan, auf Samoa auch mal zu surfen, diesmal nur im Bikini und ohne Erfrierungen, habe ich dann also schnell verworfen, spätestens als ich die wirklich krassen Wellen nahe der besagten Insel gesehen habe!! No way, definitiv nichts für Anfänger wie mich, schon gar nicht mit Long-Board -hahaha :D!! Also haben wir anderen, während Nugg und Mark mit ihren Boards die Wellen bezwungen haben, lieber die wunderschöne Insel erkundet und ein bisschen in der Sonne gebraten. Außerdem ist die Insel voll mit traumhaften Poster-Fotomotiven und mit massenhaft Einsiedler-Krebsen in allen Größen und Formen, der ganze Strand ist voll mit ihnen. Wenn man sich anschleichen will, verstecken sie sich ganz schnell in ihrem Muschel-Häuschen und man muss geduldig vor der „Haustür“ sitzen bleiben und warten, bis sie endlich ihre Äuglein und Mini-Scheren wieder herausstecken :D!